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Reise nach Südnorwegen im Juni 2011

Die Bildergalerie der Reise finden Sie hier

16.Tag - 17.06.2011

Fylkesvei 60

Heute ist die Schönwetterphase schon wieder vorbei. Das macht aber nichts, da wir heute einen Fahrtag einlegen wollen um weiter nach Süden zu kommen. Wir fahren von Sande zurück nach Loen und folgen dort der Straße FV60 auf der Südseite des Nordfjords entlang bis Utvik. Wir stellen fest, dass allmählich die Hauptreisezeit beginnt und mehr Wohnmobile unterwegs sind als die Tage zuvor.

Von Utvik geht es über das Utvikfjell nach Byrkjelo, wo wir wieder auf die Europastraße E39 stoßen. Auf dieser geht es südwärts bis Skei, wo wir die Europastraße verlassen und der Straße RV5 bis Sogndal folgen. Unterwegs bieten sich für uns noch mal ein paar kurze Ausblicke auf Ausläufer des Jostesdalsbreen. Die Berge hier sind zum Glück nicht mehr so ganz wolkenverhangen. Nachdem wir Sogndal durchquert haben kommen wir nach Mannheller. Mit der Fähre überqueren wir den Sognefjord.

Am Snøvegen

Weiter geht es für uns nach Lærdalsøyri und über die Straße FV243 - den schon bekannten Snøvegen - an den Aurlandsfjord. Obwohl wir erst vor 11 Tagen hier waren, hat sich das Landschaftsbild stark gewandelt. Zwar sind noch immer große Schneeflächen vorhanden, aber die dunkle Farbe der Felsen gewinnt immer mehr die Oberhand. Auch die Schneewände entlang der Straße sind um einiges geschrumpft.

Kaum am Aurlandsfjord unten angekommen, geht es wieder zurück ins Gebirge. Wir nehmen die Straße FV50 durch das wildromantische Aurlandsdalen. Diese ist sehr gut ausgebaut und wir können entspannt die Fahrt genießen. Nur ab und zu kommt uns ein Fahrzeug entgegen. Lediglich die wolkenverhangenen Berge trüben etwas das Erlebnis. Wir haben das Gefühl in eine sehr einsame Ecke Südnorwegens zu kommen. Bei schönem Wetter muss die Landschaft hier ein Traum sein und eine Wanderung ein schönes Erlebnis. Leider bietet sich das heute für uns nicht an.

In Hol stoßen wir auf die Straße RV7, die uns über die Hardangervidda nach Øvre Eidfjord führt. Die bekannte Hochebene bietet heute leider nur ein Grau in Grau. Kein Grund sich länger aufzuhalten, zumal die Witterung hier oben sehr ungemütlich ist. Wir sind froh im warmen Wageninnere zu sitzen. In Øvre Eidfjord geht es für uns auf den Campingplatz, wo wir uns von der langen Fahrtstrecke heute erholen müssen.

17.Tag - 18.06.2011

Auch heute Morgen meint es der Wettergott nicht gut mit uns. Der Himmel ist immer noch mit dicken Wolken verhangen, Nebel hängt an den Bergflanken und es regnet zu allem Überfluss auch noch, daher ist Plan B angesagt. Wir fahren weiter bis Eidfjord, wo eine Seitenstraße ins Simadal abzweigt. Dort befindet sich das Sima-Kraftwerk. Das Wasserkraftwerk ist das zweitgrößte Kraftwerk Norwegens. Wir melden uns für die Besichtigung an und warten bis es endlich los geht. Einige weitere Touristen haben ebenfalls den Weg hier her gefunden.

Maschinenhalle Sima-Kraftwerk

Nachdem wir im Empfangsgebäude einem kurzen Film über den Bau des Kraftwerks angesehen haben, steigen wir in einen bereitstehenden Bus, der uns durch einen etwa 500m langen Tunnel in den Berg bringt. Dort können wir die große Maschinenhalle besichtigen. Vier große Turbinen befinden sich in dort. Die Ausmaße der Halle im Fels sind schon sehr beeindruckend. Leider gibt es außer ein paar Schautafeln und einer Turbine, die wegen Revisionsarbeiten teilweise zerlegt ist, wenig zu sehen. Ein wenig mehr Einblicke hätten wir uns schon erwünscht, aber für ein Schlechtwetteralternativprogramm war es ok. Nachdem der Bus uns wieder ans Tageslicht gebracht hat, ist die Führung zu Ende.

Tunnel nach Kjeåsen

Wir beschließen zum Gehöft Kjeåsen oberhalb des Kraftwerks zu fahren. Zeitlich passt es gerade. Die schmale Zufahrtsstraße durch einen unbeleuchteten Tunnel darf in jede Richtung jeweils für eine halbe Stunde benutzt werden. Oben angekommen bietet sich für kurze Zeit ein schöner Ausblick auf den Eidfjord. Dann schließen sich die Wolken wieder und wir fahren runter an den Fjord.

Simadalsfjord

Wir folgen den Straßen RV7 und RV13 entlang des Eidfjords bis Kinsarvik, wo sich so langsam auch wieder die Sonne zeigt. Das hellt unsere Stimmung wieder etwas auf und wir genießen bei einer kurzen Pause die Sonne am Fähranleger des Ortes. Danach geht es weiter südwärts. Wir fahren an der Westseite des Sørfjords nach Odda, wo wir auf dem Campingplatz einchecken.

Es ist heute gar nicht so einfach einen Stellplatz zu finden, da der Boden von der Nässe der letzten Tage ziemlich aufgeweicht ist. Zum Glück sind wir früh dran und können uns noch ein trockenes Plätzchen aussuchen. Am Abend genießen wir einfach in der Sonne sitzen zu können.

18.Tag - 19.06.2011

Ringedalsvatnet

Wir verlassen am Vormittag den Campingplatz und fahren auf der Straße RV13 wieder ein kleines Stück Richtung Norden zum Ort Tyssedal. Dort biegen wir in das gleichnamige Tal ab. Die Straße windet sich in Serpentinen bergan und verläuft zwischen glattgeschliffenen Felsen. Die Aussicht auf den Fjord wird bei jeder Kurve großartiger. Die Straße führt bis zur Staumauer des Ringedalsvatnet. Wir überqueren die Staumauer mit dem Auto und parken nach wenigen Metern auf einem kleinen Parkplatz.

Weg zum Mosdalsvatnet

Zwischen einzelnen Ferienhütten hindurch beginnt der Aufstieg zum Mosdalen. Nach und nach lichtet sich der Wald und es bietet sich uns ein herrlicher Ausblick auf die umliegenden Berge und den Stausee. Am anderen Ende des Sees liegt die berühmte Trolltunga, die wir von hier aus allerdings nicht erkennen können. Nach Erreichen der Anhöhe geht der Weg noch ein paar hundert Meter gemächlich dahin, bis wir den See Mosdalsvatnet erreichen. Dort machen wir es uns gemütlich und rasten. Wir haben für den Aufstieg etwa eine Stunde und 45 Minuten geraucht.

Mosdalsvatnet

Nachdem wir uns gestärkt haben, wandern wir auf dem gleichen Weg wieder zurück. Den Ausblick auf die weiße Hochfläche des Folgefonna-Gletschers haben wir jetzt am Rückweg die meiste Zeit vor Augen. Das Panorama können wir in aller Ruhe genießen, außer zwei weiteren Wanderern begegnen wir heute keiner Menschenseele.

Am Fahrzeug angekommen beschließen wir noch einige Kilometer südwärts zu fahren. Übermorgen geht unsere Fähre von Kristiansand ab und es wird so langsam Zeit sich dem Südende Norwegens anzunähern. Über die Straßen RV13 und E134 geht es nach Røldal. Da wir zu Urlaubsbeginn hier schon vorbeigekommen sind, fahren wir ohne Unterbrechung zügig durch. Die alte Passstraße über das Røldalfjell ist leider immer noch wegen Schnee gesperrt. So müssen wir wieder den Weg durch den Tunnel nehmen. In Røldal übernachten wir auf dem Campingplatz.