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Reise nach Südnorwegen im Juni 2011

Die Bildergalerie der Reise finden Sie hier

7.Tag - 08.06.2011

Heute zeigt sich das Wetter wieder von der besseren Seite, auch wenn nicht strahlender Sonnenschein herrscht. Immerhin ist es trocken - blauer Himmel und Sonne sind zeitweise zu sehen. Nach dem Frühstück verlassen wir Lærdalsøyri und fahren wie Tags zuvor nach Øvre Årdal. Dort beginnt der Tindevegen, eine private Passstraße nach Turtagrø. Heute Morgen ist noch wenig los und wir können mit viel Gemütlichkeit die Aussicht, die sich beim Befahren der Serpentinenstraße ergibt, genießen. Auch hier liegt ab einer gewissen Höhe noch genügend Altschnee neben der Straße. Ganz so hoch wie am Snøvegen vor zwei Tagen ist er allerdings nicht. Am höchsten Punkt der Strecke befindet sich die Mautstation, an der nur noch mit Kreditkarte bezahlen werden kann, damit sich der Schlagbaum öffnet. Nach der Mautstation verliert die Straße wieder etwas an Höhe und es bieten sich schöne Ausblicke auf das Sognefjell und Jotunheimen.

Sognefjellshytta

Bei Turtagrø gelangen wir auf die Straße FV55. Diese führt von hier ab wieder bergauf und führt über das Sognefjell. Die Seen der Hochfläche sind größtenteils noch zugefroren und auch die Rastplätze entlang der Straße sind zum Teil noch unterm Schnee verborgen. Bei der Sognefjellshytta hat heute die norwegische Skilanglauf-Nationalmannschaft ihr Trainingslager eingerichtet und zieht ihre Runden auf den Loipen, die auf der Hochfläche präpariert sind. Wir nutzen die herrliche Aussicht hier oben für eine kurze Rast und stärken uns für die Weiterfahrt. Die Straße FV55 verläuft ab hier bergab und führt durch Breidsæterdalen und Bøverdalen nach Lom. Unterwegs bieten sich einige schicke Fotomotive an. In Lom ist die Stabkirche für uns ein Anziehungspunkt.

Stabkirche Lom

Von Lom aus geht es Richtung Nordwesten auf der Straße RV15 weiter. Das Tal steigt langsam an und von Frühsommer über den Frühling gelangen wir wieder in den Winter. Leider besteht für den Gamle Strynfjellsveien ab Grotli immer noch die Wintersperre, deshalb müssen wir das Strynefjellet umfahren um von der anderen Seite zum Strynfjell-Sommerskigebiet zu gelangen. Hier muss die Straße erst kürzlich vom Schnee freigefräst worden sein. Zu beiden Seiten der Straße stehen noch makellose senkrechte Schneewände. Der weitere Straßenverlauf nach dem Sommerskigebiet ist gesperrt und so kehren wir um, um auf der RV15 zurück zum Abzweig nach Geiranger zu gelangen.

Geiranger

Auf die Fahrt zur Dalsnibba hoch verzichten wir wegen der vorgerückten Uhrzeit heute, stattdessen fahren wir direkt nach Geiranger hinunter. Für einen Stopp am bekannten Aussichtspunkt über dem kleinen Ort nehmen wir uns aber ausreichend Zeit. Von dort geht es auf den Campingplatz direkt am Fjordende. Als krönender Abschluss des schönen Tages heizen wir den Grill an und genießen die Abendstimmung am Fjord, nachdem die Kreuzfahrtschiffe Geiranger verlassen haben.

8.Tag - 09.06.2011

Da der Wetterbericht für heute keine gutes Wetter vorhersagte, beratschlagen wir nach dem Aufstehen zuerst einmal, ob wir die heute geplante Wanderung Richtung Skageflå angehen können oder nicht. Da es zwar stark bewölkt aber trocken ist, beschließen wir doch die Wanderung in Angriff zu nehmen. Wir fahren ein kurzes Stück nach Homlong und suchen dort einen Parkplatz, was gar nicht so einfach ist. Der Ort besteht aus wenigen Häusern zwischen Bergflanke und Fjord.

Der Anfang des Wanderweges ist dank Wegweiser gut zu finden. Der Weg steigt zuerst steil an und führt über Felsplatten und Grasflächen. Man gewinnt schnell an Höhe und wird mit einem schönen Ausblick auf Geiranger belohnt. Nachdem wir etwa eine halbe Stunde unterwegs sind, läuft ein Kreuzfahrtschiff Geiranger an. Jetzt bietet sich uns die bekannte Szenerie mit den Ozeanlinern vor dem kleinen Örtchen Gerianger.

Homlongsæter

Nachdem wir einige Fotos geknipst haben wandern wir weiter. Der Weg verläuft jetzt im Birkenwald und nur ab und zu erkennen wir das blaue Wasser des Fjords durch die Bäume. Nach etwa eineinhalb Stunden erreichen wir die Alm Homlongsæter, die aus zwei kleinen Hütten mit Grasdach besteht. Wir erholen uns vom Aufstieg bei einer kurzen Rast auf der Wiese. Gestärkt wandern wir noch etwas weiter zu einem Aussichtspunkt oberhalb von Skageflå. Eine Weggabelung kurz zuvor hätte uns fast vom Ziel unserer Wanderung abgebracht. Aber wir haben den Irrtum noch rechtzeitig bemerkt nachdem sich der scheinbare Weg im Gestrüpp verloren hat.

Die sieben Schwestern

Am beabsichtigten Aussichtspunkt angekommen, lassen wir uns auf dem Fels gemütlich nieder und bewundern direkt gegenüber den bekannten Wasserfall Die sieben Schwestern. Dank der Schneeschmelze im Hochgebirge sind heute alle Schwestern vorhanden. Nach kurzer Zeit fängt es leider an zu regnen. Eigentlich wollten wir auf das Hurtigrutenschiff warten, das mittags den Geirangerfjord anläuft. Da das Wetter aber immer ungemütlicher wird und zudem aufziehender Nebel die Sicht versperrt, beschließen wir uns auf den Rückweg zu machen. Der mittlerweile stärkere Regen hat die Steine auf dem Weg rutschig werden lassen und so müssen wir uns auch auf dem Rückweg sehr konzentrieren. Nachdem wir die halbe Strecke zurückgelaufen sind, hören wir das Schiffshorn des Hurtigrutenschiffs im Fjord unter uns dröhnen. Es muss also in Geiranger angekommen sein. Als wir den Birkenwald hinter uns gelassen haben, sehen wir das Hurtigrutenschiff, es ist die Richard With, auf Reede liegen. Wir machen ein paar Fotos bevor die Nebelschwaden das Schiff wieder verdecken. Wir vollenden unsere heutige Wanderung und fahren dann zurück nach Geiranger auf den Campingplatz. Wir machen noch einen kleinen Rundgang durch den Ort und trocknen anschließend noch unsere nassen Kleider von der Wanderung.

9.Tag - 10.06.2011

Gudbrandsjuvet

Nachdem der Nebel heute immer noch in den Bergen hängt und eine Besserung nicht absehbar ist, beschließen wir weiterzufahren. Wir packen unsere Sachen zusammen und verlassen Geiranger über den Ørnevegen nach Norden. Bevor wir den Aussichtspunkt an der letzten Kehre der Adlerstraße erreichen, tauchen wir schon in den dichten Nebel ein. Der Fotostopp fällt somit aus und wir fahren weiter nach Eidsdal um mit der Fähre über den Norddalsfjord zu setzen. Dort wenden wir uns rechts Richtung Trollstigen. Wir hoffen dass wir dort mehr Glück mit dem Nebel haben.

Straße FV63

Nach einigen Kilometern auf der Straße FV63 erreichen wir die Schlucht Gudbrandsjuvet. Über den tosenden Wildbach wurden hier wunderschön geschwungene Stege und Brücken angelegt, die einen tiefen Einblick in die Schlucht gestatten. Die Anlage wurde erst neu gebaut und passt sich hervorragend in die Umgebung ein. Danach fahren wir weiter und gewinnen langsam an Höhe. Kurz vor Erreichen der Passhöhe, hinter der der Trollstigen abwärts führt, umgibt uns wieder dichter Nebel.

Trollstigen

Wir stellen etwas missmutig unser Fahrzeug ab und gehen entlang der Straße zum Beginn der Gefällstrecke. Die ganze Passhöhe ist eine einzige Baustelle, da die touristischen Einrichtungen neu errichtet werden. Zu den Aussichtsplattformen können wir leider auch nicht gelangen. Ein wenig Glück haben wir dann doch als sich mit einem Mal der Nebel verzieht und den Blick auf die Serpentinen des Trollstigen frei gibt. Es ist schon beeindruckend wie diese Straße in den Berg gebaut wurde. Nachdem wir genug gesehen haben, setzen wir uns in unser Auto und nehmen die berühmte Straße unter unsere Räder. Da wenig Verkehr ist, können wir ungestört für kurze Fotostopps anhalten.

Unten angekommen geht es weiter zur Europastraße 136, wo wir uns zuerst nach rechts wenden. Wir wollen eigentlich die Trollwand sehen, aber wir lassen von diesem Vorhaben ab, da der Nebel uns wieder einen Strich durch die Rechnung macht und die Felswand verdeckt. Wir kehren um und fahren auf der E136 nach Ålesund. Wir finden einen Parkplatz am Hafen und begeben uns in die Innenstadt. Da es Freitagabend vor dem langen Pfingstwochenende ist, ist die Fußgängerzone wie ausgestorben. So macht bummeln keinen Spaß und wir fahren zum Campingplatz vor der Stadt. Auf diesem haben sich bei dem nassen Wetter große Pfützen gebildet, was die Suche nach einem schicken Stellplatz etwas schwierig gestaltet. Nachdem wir diesen dann doch gefunden haben, ist Abendessen und relaxen angesagt.