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Reise nach Südnorwegen im Juni 2011

Die Bildergalerie der Reise finden Sie hier

4.Tag - 05.06.2011

Straße FV520

Bevor wir von Røldal weiter in Richtung Odda fahren, wollen wir noch einen kleinen Abstecher auf der Straße FV520 machen. Die schmale Straße beginnt kurz hinter Røldal und verläuft oberhalb des Røldalsvatnet an der Bergflanke entlang bis zur Passhöhe. Dort sind wir wieder im Winter angekommen. Unten im Tal waren wir im Frühsommer, jetzt breiten sich links und rechts weiße Flächen aus. Die Straße führt durch ein Hochtal mit noch zugefrorenen Seen. Zum Glück sind am heutigen Vormittag nur wenige Fahrzeuge unterwegs, da nur an Ausweichstellen das Vorbeikommen am Gegenverkehr möglich ist. Einmal müssen wir ein längeres Stück zurückrangieren, als ein Lastwagen mit Anhänger entgegen kommt. Wir folgen der FV520 bis zur Staumauer des Svartavatnet, wo wir uns nach einer kurzen Pause zur Umkehr entschließen. Wir fahren zurück zur E134 und folgen dieser in Richtung Odda.

Espelandsfossen

Die alte Passstraße über das Røldalfjellet ist leider noch mit einer dicken Schneedecke bedeckt und so müssen wir die neue Straße durch die Tunnel nehmen. Bei Jøsendal verlassen wir die Europastraße wieder und folgen der Straße RV13. Nach wenigen Kilometern sind wir an einem der bekanntesten Wasserfälle Norwegens angekommen: dem Låtefoss. Da sich der fotogene Zwillingswasserfall direkt neben der Straße befindet, ist auf dem kleinen Parkplatz ein ständiges Kommen und Gehen. Wir wollen das Spiel der Wassermassen in Ruhe genießen und gehen ein paar Meter die Straße zurück, wo ein kleiner Pfad am Rande des Wasserfalls bergan führt. Von dort aus haben wir einen schönen Blick auf den ebenfalls beeindruckenden Wasserfall Espelandsfossen, der jedoch in der Nachbarschaft des berühmten Låtefoss nicht so viel Aufmerksamkeit erfährt. Weiter oben auf dem Pfad kommen wir wieder dem Låtefoss näher und es ist schön, diesen aus dieser Perspektive zu sehen. Unsere Regenklamotten haben wir nicht umsonst angezogen, sonst wären wir jetzt von der Gischt total durchnässt. Das Objektiv der Kamera muss vor jedem Bild trockengewischt werden. Nachdem wir zu unserem Fahrzeug zurückgekehrt sind, fahren wir weiter nach Odda, wo wir im Ortszentrum am Fjord eine kleine Pause einlegen.

Hardangerfjord

Von Odda aus folgen wir der Straße FV550 entlang der Westseite des Sørfjords. Die Obstplantagen entlang der Straße erinnern uns an heimische Gefilde, lediglich der Fjord und die hohen Berge erinnern uns daran in Norwegen zu sein. Bis Utne an der Nordspitze der Folgefonhalbinsel verläuft die Fahrt relativ unspektakulär, dann wird die Straße wieder schmaler. Der Gegenverkehr ist am heutigen Sonntagnachmittag leider relativ zahlreich und so zieht sich die Fahrt nach Jondal ziemlich in die Länge. Die schöne Aussicht auf den Hardangerfjord macht die nervige Rangiererei nur zum Teil wett.

Krossdalen

Im Ort Jondal biegen wir ins Krossdalen ab, von wo aus eine kleine Mautstraße zum Sommerskigebiet am Folgefonna führt. Auf den letzten Metern vor dem Parkplatz säumen wieder große Schneewände die Straße. An der Talstation des Skiliftes kehrt jetzt am späten Nachmittag so langsam Ruhe ein und die letzten Skifahrer verstauen ihre Sportgeräte in ihren Fahrzeugen. Wir können uns daher in Ruhe umsehen und ein paar Meter auf der Skipiste umherlaufen. Wir stehen mitten auf der Skipiste und sehen bis zum Hardangerfjord, der in der Sonne glänzt. Ein interessanter Kontrast.

Zurück in Jondal nehmen wir die Fähre nach Tørvikbygd. Da die Wartespuren am Fähranleger für die wartenden Autos nicht ausreichen, haben wir schon Sorge nicht auf die nächste Fähre zu passen. Dies stellt sich aber als unbegründet raus. Nach dem Verlassen der Fähre fahren wir noch eine gewisse Strecke über die Straßen FV49 und FV7 in Richtung Bergen, bevor wir auf einem Parkplatz einen Platz für die Nacht finden. Ein ansprechender Campingplatz war in diesem Gebiet leider nicht auszumachen.

5.Tag - 06.06.2011

Nach dem Aufwachen geht der erste Blick hinaus um das Wetter zu begutachten. Heute Morgen sieht es leider nicht mehr so vielversprechend aus. Der Himmel ist mit dicken Wolken verhangen. Nach dem Frühstück geht es über die E16 bis nach Dale, wo wir in den Fabrikverkauf der gleichnamigen Pullover wollen. Der Laden ist bald gefunden, allerdings sind wir über das Angebot an diesem Morgen enttäuscht. Nichts Ansprechendes für uns dabei. So fahren wir weiter ohne die Reisekasse erleichtert zu haben.

Stabkirche Undredal

Wir folgen der E16 bis Vinje, wo wir mittels der Straße RV13 einen kurzen Abstecher auf das Vikafjell machen. Obwohl es zeitweise wie aus Eimern kübelt, ist es doch ein lohnender Abstecher. Auf der Hochfläche liegt noch viel Altschnee und die Seen sind fast noch komplett zugefroren. Die umherziehenden Nebelschwaden schaffen eine gespenstische Atmosphäre. Zurück in Vinje geht es weiter auf der E16. Nachdem wir den Gudvangatunnel durchquert haben, verlassen wir die Europastraße und fahren nach Undredal. Dort steht die kleinste Stabkirche der Welt. Die engen Straßen des Ortes laden zum Spazieren gehen ein.

Aurlandsfjord

Wir verlassen Undredal wieder über die einzige Zufahrtsstraße und fahren nach Flåm. Nachdem der bisherige Tag touristisch eher beschaulich zuging, sind wir jetzt mittendrin. Zwei große Kreuzfahrschiffe liegen am Kai und Passagiere aus vielen verschiedenen Ländern bevölkern die Souvenirgeschäfte. Wir finden es interessant dem bunten Treiben zuzuschauen. Nachdem wir genug gesehen haben, geht es weiter. Das Wetter hat sich mittlerweile etwas gebessert. Es hat aufgehört zu regnen und die Wolken hängen nicht mehr so tief. In Aurlandsvangen biegen wir auf die Straße FV243, auch bekannt als Snøvegen, ab. Auf der Straße sind so gut wie keine anderen Fahrzeuge unterwegs und den Aussichtspunkt Stegasteinen haben wir ganz für uns allein. Die Aussicht auf den Aurlandsfjord ist von dort einfach herrlich und die neue Anlage passt sich wunderbar in die Landschaft ein.

Snøvegen

Nachdem wir uns in aller Ruhe satt gesehen haben, fahren wir weiter bergauf. Erst zeigt sich der Schnee etwas spärlich, aber auf der Hochfläche ist immer noch tiefster Winter. Links und rechts der Straße liegen an Stellen mit Schneeverwehungen 4 bis 5 Meter hohe Schneewände, sonst liegen durchschnittlich mindestens einen Meter Schnee. Der Weg macht seinen Namen alle Ehre. Wir machen unzählige Fotostopps, für die wir uns dank fehlender anderer Fahrzeuge auch viel Zeit nehmen können. Es fällt uns schwer uns von den schönen Eindrücken hier oben zu trennen. Aber schließlich müssen wir doch die lange Abfahrt nach Lærdal unter die Räder nehmen. Wir checken auf dem Campingplatz in Lærdalsøyri ein und lassen die vielen Eindrücke des Tages noch mal auf uns einwirken.

6.Tag - 07.06.2011

Utladalen

Heute Morgen ist das Wetter alles andere als gut. Die Berge sind mit dichten Wolken verhangen. Wir fahren nach Øvre Årdal und von dort bis ans Ende der Straße im Utladalen. Schon bei der Anreise sehen wir, dass der Fluss Utla heute viel Wasser mit sich führt und damit die drei großen Wasserfälle im Tal imposant aussehen müssten. Der erste Wasserfall Hjellefossen befindet sich schon kurz nach dem Parkplatz, auf dem wir unser Fahrzeug abstellen. Da wir heute sowieso in Regenkleidung unterwegs sind, stört uns die Gischt des Wasserfalls nicht weiter. Nur den stürmischen, kalten Wind finden wir bei der kühlen Witterung etwas unangenehm. Bald geht die Straße in einen breiten Schotterweg über, der weiter ins Utladalen hineinführt. Auch der nächste Wasserfall auf dem Weg, der Avdalsfossen, zeigt sich heute in seiner ganzen Pracht. Auch wenn der Wasserfall gut 200m vom Weg entfernt ist, wird alles durch dessen Gischt unter Wasser gesetzt. Danach geht der Weg etwas ruhiger weiter und wir erreichen über ein paar kurze Anstiege den alten Bauernhof Vetti Gard, der jetzt eine bewirtschaftete Hütte ist.

Vettisfossen

Ab hier wird der Weg schmaler und verläuft später über glitschige Steine direkt am Fluss entlang. Das Gehen ist bei dem nassen Wetter heute sehr anstrengend. Fast zwei Stunden nach dem Start am Parkplatz, haben wir das Ziel unserer heutigen Tageswanderung erreicht, den Vettisfossen. Mit 273m freiem Fall ist dies der größte unregulierte Wasserfall Nordeuropas. Leider sehen wir von unten nicht den gesamten Verlauf, da das untere Ende hinter Felsen versteckt ist. Das Donnern und Rauschen ist für uns beeindruckend. Nach einer kurzen Rast machen wir uns auf den Rückweg. Hier begegnen wir den einzigen anderen Wanderern, die heute ebenfalls unterwegs sind. Wir gehen denselben Weg zurück und fahren anschließend wieder auf den Campingplatz in Lærdalsøyri zurück. Hier trocknen wir unsere nasse Kleidung und lassen den Tag gemütlich ausklingen.